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title: Innviertler Ausdruecke rund um Weihnachten und Neujahr
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date: 2017-09-07
modified: 2023-08-04
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# Innviertler Ausdruecke rund um Weihnachten und Neujahr

Innviertler Ausdrücke rund um Weihnachten und Neujahr
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Eine kleine Hilfestellung von der Mosauerin für Innviertler und Zuagroaste.

Zu Weihnachten kehren nicht nur Maria und Josef jedes Jahr wieder nach Nazareth heim, auch viele Exil-Innviertler begeben sich in den heimatlichen Stall, um sich von der Verwandtschaft ähm zählen zu lassen. Dabei passiert es immer wieder, dass dabei die Gelegenheit genutzt wird, das sich im feindlichen Ausland angelachte Nicht-Dosige Gspusi das erste Mal ins gelobte Land mitzuschleppen und die Innviertel Initiation endlich hinter sich zu bringen.

Während also *d'Mam(a)* und *d'Oma* (früher auch bekannt als *s'Ahnl)* untertags damit beschäftigt sind die gesamte Verwandtschaft durchzufüttern sind der Noch-Nicht-Zuagroaste und die Noch-Nicht-Angetraute damit beschäftigt, die Sprache zu entwirren, was insbesondere bei so bsundern Ausdrücken um Weihnachten schon eine Herausforderung sein kann.

Eine kleine Hilfestellung dabei...

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 [      ![mehrere Personen sitzen an Tisch und stoßen miteinander an; winterliche Stimmung; ](https://www.innviertel-tourismus.at/fileadmin/_processed_/4/5/csm_Advent-Kekse-20_c_S_INNVIERTEL_Tourismus_Matthias_Klugsberger_b5687353b9.jpg "Adventessen_c-S'INNVIERTEL Tourismus_Matthias Klugsberger")

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 [      ![Nahaufnahme von UNO-SPielkarten, die Frau in Händen hält; im Hintergrund erkennt man Pärchen, das an Tisch sitzt und Karten spielt; ](https://www.innviertel-tourismus.at/fileadmin/_processed_/a/c/csm_Advent-Kekse-142_c_S_INNVIERTEL_Tourismus_Matthias_Klugsberger_9e3cc8c4ce.jpg "Uno Spielen_Weihnachten_c_S'INNVIERTEL Tourismus_Matthias Klugsberger")

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D'Freindschoft
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Falls die zukünftigen *Schwiegerleit* ankündigen, dass am Heiligen Abend *d'Freindschaft* dabei ist - OBACHT UNWISSENDER! - handelt es sich dabei mitnichten um ein paar uns nahestehende Freunde, sondern schlicht und ergreifend um die (wahrscheinlich komplette) Verwandschaft. Fleischbeschau also.

Das Vokabel ist übrigens auch bei Begräbnissen im Einsatz, wenn zur Zehrung aufgerufen wird und *d'Freindschaft* dazu eingeladen wird. Freunde nein, Verwandte ja. Aber das können auch schnell an die Hundert werden, im Innviertel.

**Eiwendi** sei
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Lapidar übersetzt bedeutet ***eiwendi*** lediglich "innen" oder "nach innen gerichtet". Es kann einem also durchaus *eiwendi woam* sein, da bin ich ganz beim Konstantin Wecker. Wenn jedoch jemand eiwendi **IST**, geht das über diese simple Bedeutung weit hinaus. Es ist dann eine Art von dankbarer Traurigkeit die mit leiser Hoffnung in die Zukunft blickt. Zu Weihnachten sind vor allem am 24. unterm Christbaum viele Menschen - zurecht - eiwendi. Manchen is auch woam. Das kommt dann von der Klimaerwärmung.

Die Portugiesen behaupten übrigens, dass kein Nicht-Portugiese ihren Weltschmerz namens "Saudade" begreift. Ich behaupte, dass kein Nicht-Innviertler jemals wirklich verstehen kann, was *eiwendi* in Echt bedeutet. Auch nicht nach der Hochzeit.

Des heds net braucht
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**Des heds net braucht** bzw. **Het des net sei miassn** bzw. **Hetat obawirkli net sei miassn** (da gibt's ein paar Varianten) heißt so viel wie "das wäre nicht notwendig gewesen" und ist die Innviertler Art sich für ein Geschenk zu bedanken, indem es unterstellt, dass der Wert oder der Aufwand des Geschenkes die eigenen kühnsten Erwartungen enorm übertrifft und man es eigentlich nicht wert ist zu erhalten. Es *kann,* und das ist bei uns *gfeanzten Sprachgiganten* nahezu immer die wahrscheinlichere Version, aber auch als Showprogramm interpretiert werden und eigentlich etwas anderes bedeuten. Und zwar entweder 1) *was, mehr bin ich dir nicht wert und ich hab dir sowas teures gekauft?* oder aber 2) *Das ist aber nicht Dein Ernst, was soll ich denn bitte damit?*

Was es wirklich heißt, bleibt somit - wie so oft im Innviertel - zwischen den Zeilen verborgen. Außer die sprechende Person ist grad eiwendi. Dann meint sie es sicher so, wie sie es sagt.

Hod leicht sei meng
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**Hod leicht sei meng** ist eine typische, wenn nicht sogar die einzig überhaupt mögliche Antwort auf einen Dank für ein Geschenk oder eine gute Tat. Und das nicht nur zu Weihnachten. Man spielt damit das eigene (natürlich fast übermenschliche) Engagement für eine Tat oder ein Geschenk extrem herunter. Wir sind halt auch bescheiden, wir Innviertler. Oder wollen einfach nicht zu viel emotionale Beteiligung demonstrieren. Wer weiß das schon so genau, bei diesem seltsamen Volk.

D'Mettnwiascht
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Welch neumodische Unart hat sich in den letzten Jahren eingeschlichen, Forellen, Fondue, von mir aus auch *a Gansl* wird da nach der Bescherung in den Innviertler Haushalten aufgetischt. Und somit wird neben dem eh schon enormen Zeitaufwand für Christbaum aufputzen, Geschenke einpacken und zammräumen auch noch wertvolle Familienzeit mit Kochen und nachher - umsoschlimmer - Abwaschen verschwendet. Getreu dem Spruch *"Stundenlang steht ma in da Küch und dann..."*

Dabei gibt es nicht umsonst die gute alte Tradition der ***Mettnwirscht***: Große dicke Weißwürste, die in der Pfanne gebraten und mit Sauerkraut serviert werden. Geht schnell, braucht *net vü Gschirr* und des *ko sogor da Papa*. An Guadn!

D'Neijoasoblosa
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***D'Neijoasoblosa*** tauchen irgendwann zwischen Stefaaani und Neujahr auf und trinken, da sie *vo da Musi* sind, Schnaps und kriegen Geld von dir. Aber man muss schon auch mittrinken. In der Regel ist ihr Erscheinen zwischen 09:00 und 21:00\*) zu erwarten. Je nach Uhrzeit ist der musikalische Genuss mehr oder weniger gewöhnungsbedürftig, durch den hohen Blechblasanteil einer Blasmusik hört man sie aber dankenswerterweise schon von der Ferne und kann sich geistig schon drauf einstimmen, und gegebenenfalls ja schon mal einen Schnaps vortrinken.

\*) Bis auf *de Meinigen*, die sind mal um ½ 12 Uhr nachts vor meiner Tür gestanden und konnten allesamt trotz ihres "leichten Damenspitzes" immer noch halbwegs Humtadaaaa machen. Ja, ich war um die Uhrzeit schon im Pyjama. Ja, sie haben Schnaps getrunken. Ja, ich natürlich auch. Hicks. Sie sind dann zum nächsten Bauern weiter gezogen. Und ich ins Bett.

Es Megts e a Schnapsl
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Der Innviertler fragt nicht, ob Du einen Schnaps magst. Er geht davon aus. Man kann davon ausgehen, dass die Neujahrsanbläsern in der Regel nicht nein sagen werden. Die Heiligen Drei Könige sollte man übrigens eher nicht fragen, sonst hat *ma de schlechte Nochred*. Die hat man aber auch wenn man die Neujahrsanblaser nicht fragt.

Deheilindreikeni
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*Deheilindreikeni* sind immer vier (fällt das eigentlich niemandem auf???) und erscheinen irgendwann nach den Neijoasoblosan aber ausschließlich untertags. Sie trinken in der Regel keinen Schnaps (weil sie in der Regel nämlich Kinder sind) und wollen Geld von Dir. Bis auf *de Meinigen*. Die waren deutlich über 18. Gut, Schnaps haben die auch keinen getrunken, aber dem Bier waren sie nicht abgeneigt. Ja, das war auch recht seltsam – aber sehr lustig.

D'Innviertler Maschkerer
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Und als besondere Innviertler Eigenheit gelten die ***D'Innviertler Maschkerer*** - ein Brauch der von den **Zechen** betrieben wurde und somit - mit dem dramatischen Rückgang der Zechen (kleiner Teaser: ein Blogartikel über Zechen ist gerade im Entstehen) - leider in vielen Gegenden des Innviertels vollkommen verschwunden ist. Mir ist lediglich aus ***da Schmoin*** bekannt, dass hier **immer noch** die beiden (!) Zechen die Maschkerer Tradition hochhalten und in der letzten Rauhnacht im Jänner als Rauchfangkehrer, Teufel, Kasperl, Musikanten, Jäger, alte Weiber etc. um die Häuser ziehen.

Ich wünsch Euch und Eurer gesamten Innviertler und Nicht-Innviertler Verwandtschaft auf jeden Fall jetzt schon mal *bsundas scheene Weihnochtn*, *a braves Christkindl* und a ruhige Zeit - und wenn Eich fad wird: kemmts amoi vorbei ;)

Pfiat Eich dawei Mosauerin

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